Die Kovats Saga

1870 – erste Generation

Karoly Kovats gründete das Optikergeschäft „Kovats Optik und Spielwaren“ in Hermannstadt (heisst heute Sibiu). Seine eigentliche Liebe galt den optischen Instrumenten. Aber er verkaufte auch Monokel und Zwicker für Kurz- und Weitsichtige. Korrekturen für Hornhautverkrümmung waren damals noch unbekannt. Die Spielwarenabteilung bestand vor allem aus Modell-Dampfmaschinen.

1920 – zweite Generation

Guido Kovats, führte das Geschäft in Sibiu in der zweiten Generation weiter. Inzwischen war es möglich Astigmatismus (Hornhautverkrümmungen) zu korrigieren. Das Schwergewicht lag jetzt bei den „Augengläsern“. Weil immer noch viele Zwicker, Monokel und Lorgnetten verkauft wurden, war dieser Begriff umfassender als „Brillen“. Die Gläser waren inzwischen vorgewölbt, wie heute, nur wurden die Aussenkurven immer gleich geschliffen. Man nannte diese Gläser „Meniskengläser“.

1940 – dritte Generation

Nach seinem Studium Deutschland kam Guidos Sohn Harry Kovats in die Schweiz. Zuerst befand sich das Geschäft an verschiedenen Orten an der Badstrasse und am Bahnhofplatz, wo jetzt die Neue Aargauer Bank steht. Als Harry Kovats 1956 mit seinem Geschäft in die Rathausgasse 16 zog, war dies nur als Provisorium gedacht. Er musste seinen vorherigen Standort schneller verlassen als er wollte und sein neuer Standort an der Badstrasse 29 war noch nicht verfügbar. Danach entschloss sich Harry Kovats aber das Provisorium in der Rathausgasse 16 zu behalten. Falls er wieder überraschend sein Ladenlokal verlassen müsste, wollte er vorbereitet sein. Tatsächlich brauchten seine Enkel Gabor und Manuel Kovats die Rathausgasse 16, über sechzig Jahre später genau für diesen Zweck. Harry Kovats hat mit einem riesigen Brillenglaslager den Zweiten Weltkrieg gut überstanden. Dieses Lager ermöglichte ihm auch ausgefallene Korrekturen in einer Zeit auszuführen, in der ein Import von Brillengläsern und Brillenglasmaterial nicht möglich war.

1980 – vierte Generation

Drei der vier Kinder von Harry Kovats führten die beiden Betriebe an der Rathausgasse 16 und an der Badstrasse 29 weiter. Mitte der achtziger Jahre teilten sie die beiden Ladenlokale in zwei eigenständige Firmen. Imre Kovats führte das Geschäft in der Rathausgasse 16 unter dem Namen Kovats zum scharfen Aug AG weiter. Nicolas und Marika Kovats behielten den Namen Kovats Optik AG und das Ladenlokal an der Badstrasse 29.  Die Brillengläser konnten nicht gross genug sein. Endlich konnten auch so grosse Gläser geschliffen werden, also musste dies auch ausgenützt werden! Kontaktlinsen wurden zudem immer Vielfälltiger und Gefragter. Imre Kovats war (und ist) fasziniert von dieser neuen Technik und passt jede Art von Linsen an.

Heute – Fünfte Generation

Im 1998 umgebauten Betrieb, der inzwischen das ganze Haus einnimmt, arbeiten nun sechs Fachleute.
Imre Kovats hat mit seiner Frau Marianne vier Kinder. Die Älteste, Anja, hat Ihre Ausbildung zur Eidg. Dipl. Augenoptikerin 2003 in Olten mit Erfolg beendet. Nach einem Jahr in Berlin, wo sie ihren heutigen Mann, Andreas Grommek kennen lernte, ist sie wieder im Betrieb tätig. Manuel Kovats ist der dritte der vier Kinder und  hat 2014 sein  Masterstudium in Clinical Optometry an der Salus University in Pennsylvania abgeschlossen. 2017 konnte er den Betrieb von Imre Kovats übernehmen.

Gabor Kovats übernahm im Jahr 2000 den Betrieb an der Badstrasse von seinem Vater Nicolas und seiner Tante Marika. 2017 wurde klar, dass Gabor Kovats und sein Team das Ladenlokal an der Badstrasse 29 aufgeben müssen. Das Gebäude soll abgerissen werden und dem Projekt Metropol Baden weichen. Gabor Kovats prüfte verschiedene Optionen wie er seinen Betrieb weiterführen kann. Bald lag eine gute Lösung auf dem Tisch. Zusammen mit seinem Cousin Manuel Kovats hat er beschlossen, den Betrieb ihres gemeinsamen Grossvaters wiederherzustellen und zu fusionieren. Mit der Weite Gasse 32 haben sie ein ideales neues Ladenlokal gefunden.

Mit Anja, Gabor und Manuel ist die fünfte Generation der Familie Kovats, der Optik treu geblieben.